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Das kann auch dir passieren
© by Inga Rothe

Gino war schon immer ein Wirbelwind und hatte nur Flausen im Kopf. Sein Zimmer aufzuräumen, darauf kam er gar nicht. Er stieg über seine Bausteine ins Bett. Irgendwann wurde es der Mutter zu bunt und sie sagte ihm, wenn er nicht aufräumen würde, dürfe er kein Fern sehen.
Gino warf ein Baustein nach den Anderen in seine Spielzeugkiste, aber nach dem zehnten Teil, verlor er die Lust. Da stand sein Polizeiauto. Wie das wohl ohne Blaulicht aussehen würde, dachte er. Somit machte er sich an die Arbeit. Als er das Blaulicht in der Hand hatte, mochte er das Auto gar nicht mehr leiden. Vielleicht konnte man ja noch die Räder gebrauchen, überlegte er und den Lenker...
Nach einer Stunde kam seine Mutter ins Zimmer, er hatte immer noch nicht aufgeräumt und sie war sehr böse, denn nun sah es noch schlimmer aus und als sie dann das kaputte Auto sah, sagte sie: Also ich glaube nicht, daß der Weihnachtsmann dir noch einmal etwas schenkt, du machst ja alles kaputt!“

Ja, so war er! Nichts blieb bei ihm lange heile. Seine Eisenbahn hatte er auseinander gebaut, weil er sehen wollte, was da so alles an Schrauben drin ist.
Nun hatte er nichts mehr was heile war. Ob er deswegen seine Geschwister ärgerte?

Heute kam er mit nichts durch, er mußte aufräumen, denn morgen ist Ostern und wenn der Osterhase sein Zimmer sieht, meinte die Mama, würde er ganz schnell wieder weg hüpfen!
Es dauerte sehr lange, aber er schaffte es. Nachdem er endlich fertig war, durfte er auch draußen ein Nest bauen, für den Osterhasen, wie seine Geschwister.
Gestern hatten sie einen Waldspaziergang gemacht. Gino hatte sich ganz viel Moos mit genommen, um daraus ein großes Nest zu bauen. Schließlich sollte da ja auch eine Menge hinein!
Er gab sich grosse Mühe damit, aber das Moos reichte nicht. Seine Schwester lachte ihn aus und meinte, es sei viel zu gross, er solle es kleiner machen, dann würde das Moos reichen. Nein, das wollte er nun doch nicht! Heimlich schlich er zu den Nestern die seine Geschwister gebaut hatten und nahm sich von denen Moos. Dazu verkleinerte er einfach deren Nester.

Am nächsten Morgen stand er sehr früh auf, um nach seinem Nest zu sehen.
Aber was war das? Es war gar nichts drin, nur ein Brief!
Die Tränen liefen ihm die Wangen herunter. Dabei habe ich mir solche Mühe gegeben, weinte er.
In der Zwischenzeit hatten seine Geschwister ihre Nester ausgepackt und herrliche bunte Eier gefunden.
Erstaunt sah die Mutter Gino an. Was ist passiert, wollte sie wissen und Gino erzählte ihr von seinem großen Nest und das da gar nichts drin war.
Er holte nun den Brief hervor, den die Mutter ihn vor las:

 

Lieber Gino,
was soll ich dir bringen? Du machst alles kaputt, siehst du
denn nicht, was du für schöne Spielsachen gehabt hast?
Die schöne Eisenbahn, das Flugzeug, dein Roller und was hast du mit dem Polizeiauto gemacht? Wie kann ich dir schöne Eier bringen, die du wahrscheinlich auch gar nicht
richtig ansiehst, sondern gleich aufessen wirst, bis dir schlecht
wird!
Es gibt viele Kinder, die nichts zum Spielen haben. Die suchen
sich einen Stock und spielen damit, als sei es ein richtiges
Spielzeug.
Denke einmal darüber nach!

Dein Osterhase


Gino erschrak sehr, denn das wußte er nicht, das der Osterhase das gesehen hatte.
Traurig, aber doch nachdenklich geworden, betrachtete er nun seine Bausteine.
Plötzlich sah er, wie schön bunt sie waren und das man mit ihnen tolle Sachen bauen konnte.

Es wurde Sommer und der Winter folgte. Er spielte immer noch alleine mit seinen Bausteinen und manchmal bekam er von seinen Geschwistern auch mal etwas anderes dazu.

In der Vorweihnachtszeit saßen sie zusammen und bastelten Weihnachtsschmuck. Es wurden Kekse gebacken und am eifrigsten war Gino. Es machte ihm soviel Spaß, das er gar nicht genug tun konnte.
„Sag mal Gino, was wünschst du dir denn vom Weihnachtsmann?“ fragte die Mutter.
„Hm, ich wünsche mir, das ich meine Spielsachen nicht kaputt gemacht hätte.“ erwiderte er.
„Nun, das ist gut, daß du das einsiehst, aber man kann es nicht rückgängig machen.“ Tröstete sie.

Der Weihnachtsabend kam.
Alles war vorbereitet und alle warteten in der Küche auf den Weihnachtsmann. Die Mutter las ihnen Weihnachtsgeschichten vor, als die Tür auf ging und der Weihnachtsmann vor ihnen stand.
Sie gingen ins Wohnzimmer, wo er sich auf einen Sessel nieder ließ, seinen großen Sack stellte er daneben.
Nachdem nun alle ihr Gedicht aufgesagt hatten und ihre Geschenke bekamen, kam Gino an der Reihe.
„Weihnachtsmann, ich muß dir was erzählen“, stotterte er aufgeregt los, „ich bin ganz böse gewesen und habe meine Spielsachen kaputtgemacht. Darum hat mir der Osterhase auch keine Eier gebracht.“
„Hast du denn auch daraus gelernt?“ fragte ihn nun der Weihnachtsmann
„Ja, so habe ich mit meinen Bausteinen gespielt. Ich wußte gar nicht, was man daraus alles bauen kann.“ antwortete er zaghaft.
Nun sagte er noch sein Gedicht auf und wollte sich schnell wieder hinsetzen.
„Das hast du schön aufgesagt, möchtest du denn auch ein Geschenk haben, obwohl du keinen Wunschzettel geschrieben hast?“ fragte der Weihnachtsmann.
„Ach, lieber Weihnachtsmann, ich weiß nichts, mir fehlen so meine kaputten Spielsachen, könnte ich sie doch wieder heile machen.“
Nun holte der Weihnachtsmann seinen Sack hervor und was war darin?
Richtig, Ginos Eisenbahn, Flugzeug, Roller und auch sein Polizeiauto! Alles war wieder heile!
Dieser war überglücklich und niemals machte er wieder etwas mutwillig kaputt!
 


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