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Die Entführung des Weihnachtsmannes

© by Inga Rothe 03
Seit Monaten wurde in der Werkstatt des Weihnachtsmannes gearbeitet. Da wurden Puppen, Eisenbahnen und anderes Spielzeug hergestellt, damit die Wünsche der Kinder zu Weihnachten erfüllt werden konnten, wie jedes Jahr.
Alle Engel hatten sehr viel zu tun und mussten genau zuhören, damit nichts schief gehen konnte.
Zwei Tage vor dem Heiligen Abend war es so weit. Jetzt mussten nur noch die Geschenke verpackt und nach Adressen sortiert werden, um sie dann auf den großen Schlitten zu laden.
Jonathan, der jüngste Engel hatte die Aufgabe, die Rentiere zu füttern und zu pflegen, damit sie gut vorbereitet sind, wenn die Reise los ging.
Jonathan war nicht nur der jüngste Engel, er war auch der tollpatschigste, der auch nur Dummheiten im Kopf hatte.
Es ärgerte ihn auch, das seine Brüder und Schwestern die Arbeit hatten und der Weihnachtsmann die Geschenke verteilte.
Sicher konnte er das auch und der alte Mann könne sich ausruhen.

Der Weihnachtsmann fuhr zuerst zum Nordpol und da musste Jonathan die Rentiere zuerst startklar machen. Da hatte er eine Idee. Er nahm die alten Rentiere, spannte sie vor dem großen Schlitten. Damit der Weihnachtsmann sie nicht gleich erkannte, legte er ihnen eine Decke über.
Er wußte genau, der Weihnachtsmann hatte seinen Kopf so voll, er würde es sicher nicht sofort merken. Und wenn er erst einmal im Nordpol ist, konnte er nicht so schnell zurück, da die alten Rentiere den Weg zurück nicht so schnell schafften.
Tja, dann ist es an ihm, die Kinder zu beschenken.

Kaum hatte der Weihnachtsmann die Werkstatt verlassen, packten die Engel den nächsten Wagen und warteten auf die Rückkehr des Weihnachtsmannes.
Schnell schnappte sich Jonathan die Rentiere, spannte sie vor den Schlitten und konnte gerade noch abfahren, ohne das ihn jemand sah.

Es war herrlich, so ganz oben am Himmel mit dem Schlitten zu fahren, vor lauter Begeisterung vergas Jonathan die Zeit.
Leider hatte er auch gar nicht auf die Adresse gesehen und wusste nun gar nicht, wo er hin musste.
Er lenkte den Schlitten zur Erde und hielt ihn mitten in einem Wald an. Auch das noch, Jonathan hatte vergessen, die Papiere einzustecken. Er wusste auch gar nicht, wo er war.
Was sollte er denn jetzt tun? Zurückkonnte er auch nicht, denn das bedeutete ziemlichen Ärger.

In der Himmelswerkstatt herrschte wirklich helle Aufregung. Der Weihnachtsmann war immer noch nicht da und dann fehlte Jonathan.
Die Engel beschlossen nun, das sie selber die Geschenke verteilen, damit alle Kinder ein schönes Weihnachtsfest haben konnten.

Jonathan schickte die Rentiere alleine zurück, er wollte erst später wieder nach Hause kommen.
Als der Rentierschlitten im Himmel ankamen, bekamen die Engel einen Schreck. Der Weihnachtsmann wurde sicher entführt!
Schnell entschied man sich, Hilfsweihnachtsmänner einzustellen, damit die Kinder einen sehen konnten und nicht traurig waren. Mit deren Hilfe konnten alle Geschenke noch rechtzeitig verteilt werden und seit dem werden jedes Jahr Hilfsweihnachtsmänner beschäftigt.
Tja, aber was war mit dem richtigen Weihnachtsmann und mit Jonathan?

Irgendwann im Januar kam der Weihnachtsmann im Himmel an. Er erzählte, das Jonathan ihm wohl die falschen Rentiere angespannt hatte und es lange gedauert hatte, bis er die Geschenke im Nordpol verteilt hatte und auch wieder zurückkonnte.


Von Jonathan immer noch keine Spur. Langsam machte sich alle große Sorgen.
Da kam der Engel Michael von der Erde zurück und berichtete, die Menschen hätten einen Engel im Wald gesehen, der ziemlich scheu und ängstlich sei.
Einige der Engel machten sich nun auf dem Weg, um ihn zu suchen.
Endlich fanden sie ihn und sie brachten ihn heim.

Zur Strafe durfte er keine Flügel mehr tragen und auch nicht mehr die Weihnachtswerkstatt betreten.
Jetzt erst war sich Jonathan bewusst, was er da angestellt hatte. Beinahe hätten die Kinder nichts bekommen und das alles nur, weil er Weihnachtsmann spielen wollte.
Oh nein, davon hatte er genug, denn so viele Dinge im Kopf behalten konnte er auch noch nicht.

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