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Erlebnisse mit meinen Katzen

Im Alter von 10 Jahren hatte ich schon eine große Vorliebe für Katzen.
Ich hatte zwar ein eigenes Zimmer, aber da gab es noch keine Heizung, so wie heute. Im Winter konnte man nicht hinaus sehen, da waren die Scheiben dick vereist. Bevor wir ins Bett gingen, bekamen wir eine Wärmflasche ins Bett oder eine Flasche. Ich weiss es noch, die Braune mit, Aufschrift "Schinkenhäger".
Dicke Federoberbetten taten ihr übriges.
Bei mir war es noch etwas anderes. Alle Katzen aus der Nachbarschaft trafen sich vor meinem Fenster. Das war vielleicht ein Geschnurre....
Wenn ich meine Mutter hörte, sprang ich schnell aus dem Bett und öffnete das Fenster. Die Katzen wussten genau was sie tun mussten. Wie der Blitz verschwanden sie und kamen erst wieder, wenn die Luft rein war.


Ein Leben ohne Katzen war für mich unvorstellbar.
An meinem Hochzeitstag, am 10.4.1970, wurden 4 schwarze Katzen auf meinem Bett geboren. Klar, wo denn auch sonst...
Ich bezog meine erste Wohnung mit einem der "Hochzeitskatzen".
Da ich im ersten Stock wohnte, war das lästig, immer hinunter zu laufen und so hatte ich die Idee, einen Aufzug zu bauen.
Mein langer Bettvorleger war genau richtig. Blacky, so nannte ich meinen Kater, rief vor dem Schlafzimmerfenster und ich, wie im Märchen Rapunzel, ließ den Bettvorleger hinunter.
Er krallte sich daran fest und so konnte ich ihn hochziehen. Ich liebte ihn wie ein Kind.
Das Autofahren mochte er besonders. Er saß dann auf dem Schoß meines Mannes und sein Oberkörper lag auf dem Lenker. Immer, wenn Kurven kamen, wurde er länger. Das Bild vergesse ich nie.
Auf weiteren Strecken musste auch mal Blacky pipi. Auf einem Parkplatz ließen wir ihn raus. Er lief dann meistens auf den Seitenstreifen, machte sein Geschäft, buddelte es wieder zu und stolzierte aufrecht wie ein Hahn ins Auto. Das brachte uns damals viele Lacher ein.

1971 verlor ich mein Kind im 3. Monat. Ich ging an diesem Tag nicht zur Arbeit, da es mir hundeelend ging. Plötzlich wurde ich wach, weil Blacky wie ein Verrückter auf mir herum tobte.
Da passierte es auch schon. Der Kater hat es wohl schon vorher gemerkt.

Als ich dann mit meinem Mann nach Bad Oeynhausen zog, nahm ich den Kater mit.
Nach einigen Tagen kam Blacky nicht wieder, er wurde überfahren.
Es war schrecklich, als ob ich ein Kind verloren hätte.
Vorerst wollte ich keine Katze mehr, denn die Trauer saß tief.

1975 zogen wir in ein altes Fachwerkhaus. Herrlich, wir konnten tun was wir wollten und wir bauten die große Diele um. Zogen die Decke runter usw.
Endlich war ich wieder bereit für Katzen. Mein Sohn war damals 2 Jahre, als wir wieder ein Katzenbaby bekamen. Leider lebte sie nicht lange, mein Sohn knuddelte sie zu Tode.
Kurz, bevor mein drittes Kind geboren wurde, hatte ich einen Traum.
Ich träumte, die Geburt hatte eingesetzt und der Arzt fragte mich, was es denn werden sollte. Ich erwiderte, ein Kater natürlich.
Noch ganz verschlafen stand ich am nächsten Morgen auf. Schaute zu der fertigen Wiege, die mit einem Bettlaken zugedeckt war und erschrak.
Das Tuch war beiseite gerutscht und in der Wiege lag eine fremde Katze. Unglaublich, aber wahr.
Ich schlief nur bei offenen Fenster und so muss sie ins Zimmer gekommen sein. Ihre Spuren waren deutlich zu sehen, diese Katze litt an Durchfall!
Die nächsten Tage war ich damit beschäftigt, immer wieder die Wiege zu säubern, zu desinfizieren und neu zu beziehen.
Ich bekam den Durchfall nicht weg und die Katze nicht mehr aus der Wiege, also musste ich sie wegbringen.
( Erstaunlich war, das meine Tochter ein Ohr hatte, das aussah wie das einer Katze.
Im Alter von 16 Jahren ließ sie es operieren, aber es klappte nicht, es ist immer noch ein Katzenohr.)
Nach deren Geburt ging es dann los. Zuerst kam Mohrle, die mich dann im Kleiderschrank zur "Oma" machte. Wir behielten dann Kater Willy, Katze
Mulle und Schnuckie.
Es folgten einige Katzenjahre und meine Kinder und deren Freunde, erlebten die meisten Geburten live.
1981 trennte ich mich von meinem Mann und zog mit meinen drei Kindern in die Stadt.
Kater Willy wollte nicht mit und wurde von den Nachbarn gefüttert. Ich sah ihn nie wieder, vielleicht war er mir böse...

Nun gab es einige Katzenfreie Jahre.
1996 bekamen wir unseren Kater Kimba. Sein besonderes Merkmal, ein Kringelschwanz. (Leider sieht man ihn hier nicht so gut) Ich sage immer, mein Schweinekater.
Ein eigenwilliger Trotzkopf. Leider ist er kaum im Haus zu halten, ein richtiger Raufbold. Wenn er zum Fressen kam, fehlte ihm mal wieder etwas vom Ohr oder er hatte eine blutige Pfote.
Wenn er seine Wurmkur bekam, die ich ihm in seinen Rachen spritze, wurde er zwei Tage nicht gesehen.


Vorletztes Jahr kam er und aus seinem Hals tropfte es. Er war ganz krank und wir dachten schon, er überlebt es nicht. Aber....es war unser Kater! Nach einem Besuch in der Tierklinik erholte er sich ziemlich schnell.
Eine Gastkatze hatten wir auch, sie gehörte unserem Vorgänger, dem sie immer wieder weglief, um zu ihrem Gebiet zurückzukehren.

Im Sommer letzten Jahres kamen meine Kinder (ich habe inzwischen sieben, die ersten Drei sind bereits ausgezogen), und brachten mir eine Katze mit den Worten, sie sollte ins Tierheim.
Die Frau hätte noch eine andere Katze, die sei ganz niedlich, mit langem Fell, aber sehr scheu und sie konnten sie nicht einfangen.
Ich sah sie mir an und stellte fest, sie sah aus wie Kimba. Also, wenn schon eine neue Katze, dann sollte sie anders aussehen. Ich träumte ja immer schon von einer roten, aber bisher habe ich noch keine gefunden.
Also brachten die Kinder am nächsten Tag ein wuscheliges Wollknäuel an.  Tja, Tina, so nannten wir sie, muss einen Vorfahren haben aus der Gattung Angora.
Tina sieht aus, wie ein kleiner Fuchs. Der Kopf ist getigert, der Rest weis. Sie muss mehrmals gebürstet werden.
Dann liess ich mich doch noch überreden und Micky, Kimbas Ebenbild kam auch noch zu uns.
Nach einigen Tagen traf ich mich dann mit der Frau aus der Nachbarschaft und es kam heraus...
Kimba, der Schweinekater, war der Vater!
Ich verstehe gar nicht, warum ich darauf nicht gekommen bin...

Seid dieser Zeit vergeht kein Tag, an dem wir nicht über unsere Katzenschar lachen.
Nach dem Kimba erstmalig nach Hause kam und seine Kinder ihn begrüßten, war klar, auch Katzenväter drücken sich vor der Verantwortung. Micky bekam eine Ohrfeige, nachdem er sich auf seinem Schweineschwanz stürzte und flog erst einmal zur Seite. Tina hatte da bessere Chancen, klar, sie war ja auch ein Mädchen.
Gastkatze Trinchen, die bereits 18 Jahre alt war, nahm sich den kleinen Katzen an, wie eine Oma. Natürlich bekamen sie auch mal einen Hieb, wenn sie ihr gar keine Ruhe ließen.
Da Trinchen so alt ist und hier keine ruhige Minute mehr hatte, kümmert sich nun eine andere Nachbarin um sie. Der Anlass zu dieser Überlegung war kurz nach Weihnachten.
Ich schenkte den Katzen einen Katzenkorb. Micky legte sich immer oben drauf, besonders wenn Oma Trinchen drin lag. Er ist ja nun nicht mehr so klein und Trinchen drohte zu ersticken. Die Kraft hatte sie ja auch nicht mehr.

Micky ist ein Draufgänger, wie sein Vater. Er schmust, sitzt fast nur auf meiner Schulter, wenn ich hier in meinem Büro bin. Den Hang nach draußen hat er noch nicht.
Tina, ist die Katze meiner Tochter. Kommt sie selten, ist immer noch etwas scheu bei mir, hört aber aufs Wort, wenn meine Tochter da ist.
Ein Beispiel, wenn ich den Staubsauger anmache, rennt Tina schon weg, sobald ich die Schranktüre öffne. Micky muss ich erst wegschubsen, der lässt sich glatt wegsaugen.
Er schläft auch bei mir. Ich muss nur aufpassen, denn zweimal biss er mir schon in die Nase.
Vielleicht wollte er mich so wecken.
Von mir haben sie auch etwas mit bekommen, denn sie schreiben gerade ihre Memoiren auf.
Ihr glaubt das nicht? Na, dann frage ich mich, warum Tina immer mit Bleistift und Kugelschreiber durch die Gegend läuft und Micky mit Papier.
Wo sie ihren Schreibplatz haben, weiß ich noch nicht.
Ich habe noch keine Katzen gesehen, die solche Dinge mit sich herum schleppen.
Wenn es an der Haustür klingelt, fliegen die Katzen nur so zu Tür und sind immer die ersten...

Es gibt eine Neuigkeit, Tina bekommt Babys!
Nun können Katzenreiche Jahre beginnen, oder?
Nein, denn Kimba und Micky haben einen Arzttermin, damit es nicht zu viele Katzenbabys gibt.
Mir tut es jetzt schon leid, aber ich brauche ja bald eine Speisekammer extra für meine Katzen.
Na denn, mal sehen wie es weiter geht....

Nun sind viele Wochen vergangen und es hat sich viel getan...

Michy und Kimba haben die OP gut überstanden. Kaum hatte ich sie wieder zu Hause, war Kimba verschwunden! Erst nach einer Woche kam er wieder. Er war aber in Ordnung, es ging ihm gut.

Nach Ostern bekamen wir noch einen Kater dazu, unseren Bruno.

Wenige Wochen vor Pfingsten kam auch noch Rudi dazu.

Wir hatten nun 4 Kater und eine Katze. Mit Bruno hatten wir keine Probleme. Es war, als währe er schon immer hier gewesen.

Wehe, wenn der eine Wurst ergatterte. So klein er noch war, er stürzte sich darauf, das sogar Micky Respekt bekam. Ob er nun beim Forttragen darüber stolperte oder nicht, keiner wagte es, sie ihm ab zu nehmen.

Er spielt und kämpfte wie ein Mensch, auf zwei Beinen. Das sah lustig aus.

Rudi dagegen hatte es schwerer. Tina wollte nichts mit ihm zu tun haben. Er war auch ziemlich anstrengend und noch soooo verspielt.

Ein richtiger Schmusekater! Plötzlich hatte ich zwei Kater auf meine Schultern!

Tina wurde am Pfingstmontag Mama. Gegen 6 Uhr kratzte sie am Zelt meiner Tochter, die es im Garten aufgestellt hatte und dort schlief.

Kurz nach sieben war dann das erste Baby da und gegen 8 Uhr alle vier. Kaum hatte Tina sich etwas erholt, verließ sie erst einmal das Zelt um sich zu stärken. Schon erschien Bruno und ihr werdet es kaum glauben, er kümmerte sich um die Babys. So lange, bis Tina wieder da war.

Es war eine Freude, Bruno zuzusehen. Besser hätte das eine Katzenmutter nicht machen können.

Ab sofort freundete sich Tina auch mit Rudi an. Man sah sie nun öfters zusammen spielen.

Leider starb eines der Katzenbabys nach der Geburt.

Eines der Katzenbabys sah aus wie Tina, hat auch so wuscheliges Fell. Zuerst hatten sie ganz andere Namen, nun aber wurde aus Ali ein Teddy. Tja, er sieht jetzt wirklich so aus. Dann war da noch die beiden Tigerkatzen. Ein Weibchen, das nannten wir Amely und aus Atila wurde Charly.

Charly kam als erster in einer anderen Familie. Da war noch eine ausgewachsene Katze. Das klappte aber nicht. Wir bekamen ihn nach einigen Wochen zurück. Dabei ist er so lieb und verschmust, wie Rudi.

Er ist auch heute noch bei uns und ich weiß gar nicht, ob ich mich wieder von ihm trennen kann.

Amely wurde ein paar Tage später abgeholt. Sie fühlt sich sehr wohl in ihrer neuen Familie.

Teddy bleibt noch eine Woche, da seine zukünftige Familie erst noch im Urlaub ist. Es wird mir sicher auch Schwerfallen, denn er ist auch sehr anhänglich.

Vor etwa vier Wochen kam eine Nachbarsfrau zu mir und fragte, ob ich eine meiner Katzen vermisse. Da dachte ich sofort an Kimba, der wieder ein paar Tage nicht zu sehen war. Das konnte aber nicht sein, dachte ich, nicht unser Kimba!

Leider war es so, er wurde tot unter einer Treppe gefunden. Äußerlich war nichts zu sehen.

Als ich davon meiner inzwischen lieben Bekannten erzählte, meinte diese, ihrer Katze ging es auch nicht so gut, aber nun wollte sie doch schnell zum Tierarzt fahren.

Der Verdacht, Kimba sei vergiftet worden, erhärtete sich. Nur wenige Tage darauf war Tina verschwunden. Mein Sohn fand sie dann in einem Karton, auch tot! Wieder war äußerlich nichts zu sehen.

Das tat weh, wer tat so etwas Katzen an? Seit dem habe ich Angst um meine Katzen und hoffe, denen passiert nichts. Abends müssen die im Hause bleiben.

Bruno war dann auch verschwunden, kam aber einen Tag später zurück.

Nächste Woche bekommen wir dann zwei andere Katzen. Eine sieht aus wie Tina, aber einen Kater und dann eine schwarze Katze, mit kohlrabenschwarze, funkelnde Augen. Ihren Namen hat sie schon, Luna. Ob die unsere Tina und unseren Kimba ersetzen können?

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